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Neueste Gerichtsentscheidung zum Export von Kauribäumen

Im letzten Jahrhundert hatte sich im Norden der Nordinsel eine Industrie etabliert, die sich auf die Gewinnung und den Export von Kauristämmen spezialisiert hatte. Die Kauribäume sind vor ca. 50.000 Jahren in den Mooren von Northland versunken und perfekt erhalten. Kauris können bis zu 2.000 Jahre alt werden, dementsprechend dicht ist ihr Holz und das sogenannte swamp kauri ist sehr begehrt in der anspruchsvollen Holzverarbeitungsindustrie. Wenn das Holz eines hochwertigen Baumes sorgfältig verarbeitet wurde, glänzt und schimmert es wie ein Tigerauge.

Massive Schlupflöcher

Bis jetzt konnten diese Baumstämme relativ leicht ins Ausland verkauft werden, trotz der rechtlichen Beschränkungen, dass sie ‚verarbeitete‘ Produkte sein sollten. In der Regel waren es dann „Tischplatten“, die ohne Beine und ohne Oberflächenbearbeitung verkauft wurden oder „Tempelsäulen“ mit oberflächlichen dekorativen Schnitzereien.

Ausserdem sollten die Betreiber der Ausgrabungsfirmen dafür sorgen, dass das Gelände wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wird. Wenn aber zu tief gegraben werden muss, um an die Stämme zu kommen und dabei das Grundwasser verschmutzt oder aus dem Gleichgewicht gebracht wird, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Bisher konnten die Betreiber sich auf die grosszügigen Auslegungen durch MPI, Zoll und der Ministry of Culture and Heritage verlassen, aber seit neun Jahren kämpft die Northland Environmental Protection Society (NEPS) vor Gerichten dagegen. Sie argumentierten, dass nicht nur die Natur zerstört wird, sondern dass auch die fianziellen Gewinne für die Region nicht relevant sind.

Northland ist in der Tat eine der ärmsten Regionen Neuseelands. Wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahrzehnten Hunderte von Millionen Dollar mit den Kauristämmen gemacht wurden, kann man sich schon fragen, – wie ich meine zu Recht – wo das Geld hin ist. Auf jeden Fall nicht nach Northland, wo es zur Regeneration und Ankurbelung der Wirtschaft gebraucht würde.

Auch wenn die jetzige Entscheidung die Kaurigewinnung an sich nicht verbieten kann, will der Gerichtshof weiter untersuchen, inwiefern die regionalen Behörden ihren Ermessensspielraum missbraucht oder fehlerhaft ausgenutzt hatten. Eventuell werden dort dann auch Veränderungen anstehen. Der Gerichtshof hat etabliert, dass der Schutz der Natur von höherem Gut ist für die Gemeinschaft, dass diese Praktiken die Natur zerstören und deshalb enger reguliert werden müssen.

Die Moore Northlands sind ein wichtiger Bestandteil dieses Ökosystems und können hoffentlich regeniert und für die Zukunft erhalten werden.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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