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Kuhställe gibt es nicht

Auf einer Reise durch das Land der langen weißen Wolken bemerkt man nicht nur die vielen weißen Tupfer auf den saftig grünen Hügeln, sondern auch große Herden brauner, weißer, schwarzer, gefleckter und sogar schwarz-weiß-gestreifter Tiere. In Aotearoa stehen neben den 45 Millionen Schafen auch knapp fünf Millionen Milchkühe und Rinder für die Fleischproduktion auf den Weiden. Landwirtschaft ist noch vor dem Tourismus der Wirtschaftsfaktor Nummer eins in Neuseeland.

Die neuseeländische Fleischindustrie weist im globalen Vergleich einige Besonderheiten auf. So werden die Tiere  in riesigen Herden gehalten. Neuseeländische Rinder werden nicht mit Getreide gemästet, sondern ernähren sich ausschließlich von der Rohkost auf dem weiten Grasland. Überschüssige Kühe aus der Milchproduktion werden für die Fleischproduktion verwendet.

Der Export von Milch- und Fleischprodukten ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Agrarnation. Der Sektor der Rindfleischproduktion setzt jährlich rund 8 Milliarden NZD um. Die größten Abnehmer des neuseeländischen Rindfleisches sind die USA mit 64%, gefolgt von Kanada. Lediglich 20% des neuseeländischen Rindfleisches werden auf dem lokalen Markt konsumiert, so dass die Preise für „Beef“ in Neuseeland durch die Exportpreise bestimmt werden. Jedoch wird erwartet, dass der Konsum von Rindfleisch in Neuseeland mit der Einwohnerzahl und dem Wachstum der Tourismusindustrie auch künftig weiter steigen wird. Bisher ging der Trend in dem Inselstaat eher zum Verzehr von hellem Fleisch als von rotem. So kauft  der durchschnittliche Kiwi rund 90 Kilogramm Fleisch pro Jahr, wovon knapp 30 Kilogramm Rindfleisch sind. Hammel, Lamm, und Geflügel landen häufiger auf dem Teller. Wer im Supermarkt aufpasst wird sofort bemerken, dass der Anteil und die Beliebtheit von Schweinefleisch im Kühlregal eher gering ist.

Die Produktion von Molkereierzeugnissen hatten für die neuseeländische Wirtschaft schon historisch immer eine größere Bedeutung, als die Rindfleischproduktion. Das so genannte „Dairy Farming“, also die Milchwirtschaft erzeugte beispielsweise 2011 alleine 17,3 Milliarden Liter Milch, davon 1,51 Milliarden Kilogramm Milchpulver, Tendenz steigend.

Bevor Kühlsysteme für Schiffe entwickelt wurden, waren Schaffarmen besonders rentabel, weil die Schafwolle über lange Zeiträume gelagert und einfach auch nach Übersee transportiert werden konnte. Neuseeländische Schafwolle wurde nach Europa und in die USA exportiert. Milchprodukte schafften es hingegen nur bis nach Australien. Als schließlich große Kühlsysteme für die Schiffsfrachten hergestellt wurden, eröffnete sich ein neuer Markt: Rindfleisch wurde aufgrund der Nähe zur britischen Krone zunächst nach Großbritannien exportiert. Die Rindfleischindustrie behielt gegenüber der Schafindustrie jedoch bis heute immer eine sekundäre Rolle.

Nordöstlich des Thermalbades „Hanmer Springs“ liegt heute die größte Rinderfarm und überhaupt größte „Station“ Neuseelands. Etwa 10.000 Rinder leben auf der 180.500 Hektar großen „Molesworth Station“ auf der Südinsel. Durch das abwechslungsreiche Farmland Neuseelands können mit der Erlaubnis des DOC (Department of Conversation) sogar Wanderungen mit Zeltübernachtungen unternommen werden. 73% aller neuseeländischen Rinder grasen allerdings in den malerischen Landschaften der Nordinsel.

Farmbesuche:  Wir mögen’s eher traditionell als industriell. Auf unserer Wanderreise Neuseeland erleben wir Merino Schafe hautnah bei unserer Dreitageswanderung auf privatem Farmgelände. Das Farmer Ehepaar erzählt uns alles was wir über Merinofarming, über Schafschur und Wollqualitäten wissen wollen und demonstriert die faszinierende Arbeit mit den Hüte-Hunden. Auf unserer Reise Naturwunder Neuseeland besuchen wir eine aktive Schaffarm und erfahren alles über Schafe und deren Aufzucht, uns wird die Schafschur demonstriert sowie die Arbeit mit den Hunden erklärt und vorgeführt.

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