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Delikatesse und Wunderheilmittel aus Neuseeland

Wer kämpft nicht gerade mit einer lästigen Erkältung, schnieft seit Tagen vor sich hin? Vielleicht ist dieses Mittel auch für Euch eine Alternative zu Antibiotika…

Die zähflüssige goldgelbe Delikatesse aus Neuseeland ist viel mehr als nur ein süßes Vergnügen – der aktive Manuka-Honig ist ein wahres Wundermittel. Denn neuseeländischer Honig wird am schönsten Ende der Welt nicht nur als köstliches Nahrungsmittel verzehrt und für die Schönheit in Kosmetikprodukten verwendet. Wie Wissenschaftler jetzt bestätigt haben, besitzt das uralte Hausmittel tatsächlich erstaunliche Heilkräfte und hilft dem Körper sogar im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien.

Bienen erzeugen den gesunden und leckeren Honig aus dem Blütennektar der Südseemyrte, die besonders in den höher gelegenen und bergigen Regionen Neuseelands als Baum oder Strauch wächst. Die kleinen zart-weißen Manuka-Blüten erinnern an winzige weiße Kirschblüten. Die Pflanze mit den besonderen Heilkräften wird in der Sprache der neuseeländischen Ureinwohner Manuka genannt. Die Maori kennen schon seit Jahrhunderten die desinfizierende, entzündungshemmende und heilende Wirkung der Wunderpflanze und verwenden ihre Blätter, die Rinde und den Honig traditionell als Naturheilmittel. Auch Erkältungen und innere Infektionen wie Blasen-, Magen- und Darmerkrankungen behandeln Maori noch heute mit dem natürlichen Heilmittel.

Bisher wird das Naturprodukt mit den außergewöhnlichen Kräften in der westlichen Medizin ausschließlich für die Wundbehandlung eingesetzt. Das Medizinprodukt aus neuseeländischem Blütennektar wurde 2005 offiziell von den Behörden in Europa zugelassen. Besonders bei Brandwunden wird der medizinische Honig aus Neuseeland verwendet, da dieser die Wunde schnell nach außen abschließt. Zusätzlich verhindert der Manuka-Honig durch seine desinfizierende Wirkung Sekundärinfektionen und lässt Wunden durch die Versorgung mit Nährstoffen schneller heilen. Insgesamt ist die Narbenbildung wesentlich geringer. Zurzeit werden neue Anwendungsgebiete des Manuka-Honigs in einigen klinischen Studien erforscht, sowohl für die innere als auch für die äußere Anwendung. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass antibiotikaresistente Bakterienstämme mit Manuka-Honig bekämpft werden konnten. Auch bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen und Angina, bei denen Antibiotika versagten, konnte das Naturheilmittel wirksam eingesetzt werden.

Die wertvolle Köstlichkeit enthält wie viele Honigsorten geringe Mengen von Wasserstoffperoxid, welche die leicht antiseptische Wirkung ausmachen. Ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden entdeckte einen weiteren Wirkstoff. Neben Zucker besteht der Honig auch aus dem Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal, das antibakteriell wirkt und dessen Gehalt im Manuka-Honig im Vergleich zu anderen Honigsorten hundertfach höher ist. Der messbare Gehalt von Methylglyoxal im Honig wird auch MGO-Konzentration genannt und variiert sehr stark. So kann der Honig von Blüten aus unterschiedlichen Pflanzen, unterschiedlich starke Wirkung haben. Je nach Sorte beträgt die MGO-Konzentration zwischen 20 bis 800 Milligramm pro Kilogramm.

Die Stärke der antibakteriellen Wirkung des Honigs ist von der MGO-Konzentration abhängig, wird gemessen und dementsprechend auf dem Produkt vermerkt. Sie wird mit dem sogenannten „Unique Manuka Factor“ – kurz UMF – ausgezeichnet. Der Faktor der antibakteriellen Wirkung liegt zwischen UMF 5+ und UMF 25+. Je höher dieser „einzigartige Manuka-Faktor“ ist, desto qualitativ hochwertiger ist die Heilwirkung des Honigs.

Der hohe Preis des Produktes erklärt sich jedoch nicht nur durch seine Heilwirkung und den Import aus dem entfernt liegenden Neuseeland. Die Manukapflanze selbst blüht nur wenige Wochen im Jahr. Für die Imker ist es daher schwierig, in der kurzen Blütezeit große Honigmengen zu generieren und zudem die Pollen von Fremdblüten auszuschließen.

Ein Forscherteam der neuseeländischen Universität von Waikato hat jedoch ein Verfahren entwickelt, welches jetzt die Messung und Vorhersage der MGO-Konzentration im Honig ermöglicht. Dieses Verfahren bildet die Grundlage für einen gezielten Anbau und die Züchtung von Manuka-Pflanzen, aus denen dann künftig hochwirksamer Manuka-Honig gewonnen werden kann. Ob das antiseptisch und antibakteriell wirkende Bienenprodukt damit künftig auch erschwinglicher wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Manuka Honig

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