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Uralte DNA enthüllt das Rätsel der ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands

Wir berichteten ja bereits über die Moas in einem Artikel, jetzt sind aufregende Details über das Aussterben der Tiere bekannt geworden. Die gigantischen Moas waren vermutlich die größten gefiederten Lebewesen, die jemals auf unserem Planeten existierten. Zumindest in Neuseeland war der bis zu 2,50 Meter große und 250 Kilogramm schwere Moa der größte Pflanzenfresser. Bisher wurden unterschiedliche Theorien über die Gründe seines Aussterbens entwickelt. Nun bringt eine DNA-Untersuchung Klarheit.

„Kleinere Populations-Schwankungen, die man in den Genen ablesen kann, sind eine natürliche Antwort auf Umweltveränderungen, führen jedoch nicht zwangsläufig zum gänzlichen Erlöschen einer Spezies“, deutet der Wissenschaftler Jamie Wood die Ergebnisse der aktuellen Studie zum Aussterben des neuseeländischen Moas.

So wurde bislang vermutet, dass es bei der Ankunft der ersten Siedler nur noch wenige Exemplare dieser riesigen Vogelart gab. Eine neue Studie zeigt nun, dass der flugunfähige Laufvogel mehr als 40.000 Jahre lang, die von heftigen klimatischen Veränderungen geprägt waren, problemlos überlebte und sogar ausgesprochen anpassungsfähig war. Die extremen Veränderungen seiner Umwelt hatten also kaum Einfluss auf die Population des Moas. Wie ein internationales Forscherteam an der Universität von Waikato herausfand, gab es jedoch noch andere negative Effekte, die den großen Laufvogel dramatisch dezimierten. DNA-Proben von einem fossilen Knochen des urtümlichen Vogels zeigten deutlich, dass der Moa-Bestand in Neuseeland bis zur Ankunft der polynesischen Siedler um 1280 n. Chr. sehr stabil war. Die Studie liefert jedoch zahlreiche Hinweise, dass die Population der Moa durch übermäßige Jagd durch die Polynesier so stark dezimiert wurde, dass er schließlich aufgrund der Zerstörung seines Lebensraumes und minderer genetischer Vielfalt schlichtweg ausgerottet wurde – und das in einer klimatisch stabilen Zeit.

„Bis heute war es schwierig nachzuweisen, wie Großsäuger auf Umweltveränderungen in den letzten 50.000 Jahren reagierten, weil sich die Ankunft der ersten Menschen und klimatische Veränderungen an vielen Orten der Welt simultan ereigneten und überschnitten“, erklärt Nic Rawlence, ein promovierter Wissenschaftler der DNA-Forschung der Universität von Waikato. „Durch die Verwendung uralter DNA, der Radio-Karbon-Methode und der Isotopenverdünnungsanalyse war es uns nun möglich zu zeigen, dass der Moa sich an die wechselnden klimatischen Bedingungen und Umweltveränderungen vor der Ankunft der Menschen sehr gut anpassen konnte.“ Abschließend betont der Leiter der Studie noch einmal deutlich: „Moas waren nicht in Gefahr bis der Mensch in Neuseeland ankam. Entgegen einiger Theorien ist der Mensch für seine Ausrottung verantwortlich!“

Moa Zealandia

 

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