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Liebe, Krimi – Neuseeland

Es macht Spaß dieses Buch zu lesen, auch unabhängig von seinem Inhalt.

Es ist gleichzeitig ein Krimi und eine Liebesgeschichte der besonderen Art.

Der Autor spielt so geschickt mit Worten und malt dabei feinfühlige Bilder und Szenarien, dass man die heraufbeschworenen Empfindungen wirklich selbst nachempfinden kann. Verschollene Gefühle werden so treffend beschrieben, dass sie zum Greifen nah werden.

Der Roman bleibt wirklich spannend bis zur letzten Seite. „Rockinghorse Road“ erzählt über einen Mord an einem Mädchen, einer Freundschaft zwischen Jungen und über eine der größten Demonstrationen Neuseelands anlässlich eines Besuchs des südafrikanischen Rugbyteams im Jahr 1981.

Als die 17-jährige Lucy von einem 15-jährigen Jungen kurz vor Weihnachten 1980 ermordet am Strand aufgefunden wird, verändert sich sein und das Leben seiner gleichaltrigen Freunde schlagartig. Die Freunde, alle im selben Stadtteil in Christchurch geboren und aufgewachsen, und nicht weit von der Fundstelle der Leiche lebend, beginnen eine private Ermittlung, die über 25 Jahre hinweggeht.

Die Geschichte erzählt sowohl von den Einzelschicksalen der erwachsen werdenden Jungen und teilweise derer Familien, als auch über die Schicksale derer, die im Laufe der Jahre bei der  Aufklärung des Mordes eine Rolle spielen.

Carl Nixon scheint sich mit erstaunlicher Präzision an seine Gefühlswelt als pubertierender Junge zu erinnern. Es werden einfühlsame Einblicke in das Seelenleben einer Freundesclique gegeben – es klingt fast wie eine Liebeserklärung an eine schwierige Lebensphase.

Als Leser fühlt man sich integriert und begleitet die Hauptpersonen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Dieser Umgang mit Sprache steht allerdings oft im Kontrast zum Handlungsrahmen.

Der Leser erhält dabei Einblicke in die wohl wichtigste Sportart der Neuseeländer, dem Rugby, aber mehr noch in die Geschehnisse im Jahr 1981, als das Südafrikanische Rugbyteam ‚Springboks’ in Neuseeland gegen die ‚All Blacks’, das neuseeländische Rugbyteam, antreten sollte. Aufgrund des Apartheid-Regimes in Südafrika taten sich Tourgegner in Neuseeland zu riesigen Demonstrationen zusammen.

Neben den vorgenannten Ereignissen gibt das Buch recht genau die Gegend wieder, in welcher der Mord geschah, so wie der neuseeländische Autor sie in Erinnerung hat. Die Handlung spielt auf Wegen in den Sanddünen, die nur einheimische Surfer kennen, in Läden, Geschäften, Surfclubs und Schulen, die wohl tatsächlich so existierten oder noch existieren. Zur Beruhigung aller Leser – die Geschichte und die Personen sind reine Fiktion!

Buch: Rockinghorse Road, Carl Nixon (Weidle Verlag, 237 Seiten, € 19,90

ISBN-13: 978-3-938803-50-9)

Das Original ist 2007 bei Random House New Zealand erschienen

[Author: Manuela Mühlbauer]

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No Responses to “Buch-Tipp: „Rockinghorse Road“”

  1. […] geben kann. Eine Rezension seines ersten Titels “Rockinghorse Road”  könnt ihr hier […]

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