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Das Geheimnis des letzten Moa

– das ist der Titel einer Neuseelandsaga der Hamburger Autorin Laura Walden. Wir vom Sidetracks Neuseeland Magazin haben sie gefragt, wie dieser längst ausgestorbene neuseeländische Urvogel es in den Titel ihres Romans geschafft hat und ob sie uns etwas über dieses exotische Tier erzählen kann.

Zuerst wollten wir allerdings wissen, wie eine Hamburgerin darauf kommt, Familiensagas zu schreiben, die in Neuseeland spielen. Ihre Antwort war eine packende Liebeserklärung an das „Land der langen weißen Wolke“. Laura Walden kennt jeden Winkel Neuseelands, denn sie hat vier Monate ihres Rechtsreferendariats in Dunedin verbracht und anschließend die Süd- sowie die Nordinsel bereist. Seitdem zieht es sie immer wieder ans andere Ende der Welt. Erst im vorletzten  Jahr war sie zwecks Recherche für diesen Roman im Norden der Insel unterwegs.

Auf den Moa gekommen ist sie, weil sie für den Titel etwas Neuseelandtypisches suchte. Der Kiwi war ihr zu platt und plötzlich stieß sie auf den Moa. Und der passte hervorragend in die Geschichte, denn ihre Protagonistin ist die Biologin Grace, die nach Neuseeland reist, um ihre Urlaubsliebe, einen Maori, wiederzusehen. Doch was sie findet, ist eine Reise in ihre eigene geheimnisvolle neuseeländische Familiengeschichte.   Grace schreibt im Roman einen Fachartikel über den ausgestorbenen Riesenvogel und trifft in Dunedin nun auf eine neuseeländische Professorin, die ebenfalls zum Thema Moa forscht.

Laura Walden hat  anlässlich ihrer Recherchereise u.a. das Auckland Museum besucht, in dem es außer einer Nachbildung des gigantischen Tiers etliche spannende Ausstellungsstücke zum Moa gibt. Sie fasste  für unser Magazin einige wichtige Informationen über den Dinornis ( die größte unter den elf Moa- Arten, die es einst gegeben haben soll) zusammen.

Moas sind höchstwahrscheinlich die größten gefiederten Tiere, die je gelebt haben. Sie gelangten erstmals 1839 ins Blickfeld der Wissenschaft, als der britische Anatom Richard Owen ein Knochenfragment aus Neuseeland erhielt und daraus schloss, dass jenes einem flugunfähigen Laufvogel entstammte, der wahrscheinlich größer als ein Strauß war. Die Eier des größten Moas fassten 4,3 Liter – so viel wie 90 Hühnereier! Die Moas waren Vegetarier. Um die Pflanzenkost besser verdauen zu können, schluckten die Moas Steine (bis zu 7 kg Geröll wurde manchmal inmitten gut erhaltener Moaskelette gefunden), durch dessen Reibung im Magen die harten Zellwände für die vegetarische Kost geöffnet wurden.

Über ihr Aussterben gibt es unterschiedliche Theorien. Obwohl bis in die Gegenwart Augenzeugenberichte angeblicher Moa-Sichtungen in Neuseeland vorliegen und Kryptozoologen unbeirrt im Fjordland nach diesem Tier suchen, war der Moa wohl schon bei der Ankunft James Cooks und seiner Mannschaft 1769 ausgestorben. Weitverbreitet ist die Theorie, die Maori hätten die Moa in kürzester Zeit (bereits im 14. Jahrhundert) durch gnadenlose Jagd und regelrechte Schlachtfeste ausgerottet. Deshalb heißt es ja in einem neuseeländischen Lied auch:

 No moa, no moa,

 in old Aotearoa.

 Can´t get ´em. 

They´ve et ´em.

 They´ve gone and there ain´t no moa!

Ganz so simpel war es wahrscheinlich nicht, denn schon beim Aufeinandertreffen von Moa und Menschen war die Zahl der Tiere offenbar arg dezimiert. Man vermutet, durch Vulkanausbrüche. Was bei dem relativ zügigen Aussterben der Riesentiere ebenfalls eine Rolle gespielt haben mag, ist die Tatsache, dass die Moaweibchen die Fortpflanzungsfähigkeit erst nach Jahren erlangten. Viele sind gejagt worden, bevor sie Nachkommen bekamen.

Das und noch vieles mehr kann man in Laura Waldens spannender Neuseelandsaga „Das Geheimnis des letzten Moa“ nachlesen.

Es ist der dritte Neuseelandroman der Autorin (nach: ’Der Fluch der Maori–Frau’ und ’Im Tal der großen Geysire’). Im Mai 2012 ist ihr vierter Roman bei Lübbe erschienen ’Der Schwur des Maori- Mädchens’. Über die Buchempfehlungen auf unserer Webseite kommt ihr direkt an die Links um diese Bücher bestellen zu können!

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