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Tongariro Nationalpark

Wer sich für Wanderreisen in Neuseeland interessiert, hat wahrscheinlich bereits von den Great Walks gehört. Diese beliebten Wanderwege führen durch abwechslungsreiche und spektakuläre Landschaften und sind sehr gut zugänglich. Sie erfreuen sich immer mehr Beliebtheit, doch mehr Besucher bringen auch mehr Erhaltungskosten mit sich. Bei mehrtägigen Wanderungen werden die Nächte auf Zeltplätzen oder in Hütten verbracht, für welche das Department of Conservation (DOC) eine Gebühr erhebt. Im vergangenen Sommer wurde für diese probeweise eine neue Preisstruktur mit unterschiedlichen Preisen für Einwohner und Nichtansässige eingeführt. Beispielsweise bezahlten Besucher aus Übersee 140 NZ-Dollar pro Nacht für eine Hütte auf der Milford-Strecke, 130 NZ-Dollar auf den Kepler- und Routeburn-Strecken und 75 NZ-Dollar pro Nacht auf der Abel-Tasman-Strecke, während es Neuseeländer ungefähr die Hälfte kostete. Das DOC wollte damit die Zugänglichkeit für ansässige Besucher verbessern und das Einkommen von internationalen Besuchern erhöhen.

In der Saison 2018/19 fanden sich 31 Prozent weniger internationale Besucher auf den Strecken, aber 37 Prozent mehr Neuseeländer als im Vorjahr. Die Anzahl der Neuseeländer, welche in dieser Saison die Strecken benutzten, war die höchste innerhalb der letzten sechs Jahre. Insgesamt wurde das Experiment vom DOC und vielen Neuseeländern als Erfolg eingestuft, aber das sehen viele Touristen sicherlich anders.

Entspannte Wanderung auf der Banks Peninsula

Auch auf unseren Reisen wanden wir auf Great Walks, wie der Hollyford-Strecke oder im Tongariro Nationalpark, allerdings als Tageswanderungen und dafür fallen diese hohen Gebühren nicht an. Aber natürlich lieben auch wir Mehrtageswanderungen, denn es ist schon etwas ganz besonderes einige Tage „ganz weit weg zu sein von allem Trubel“. Auf unserer Wanderreise Neuseeland und auf der Reise Schätze des Südens genießen wir dieses Gefühl. Dabei bewegen wir uns auf privaten Wanderwegen, die sich durchaus mit einigen Great Walks messen können. Und besser noch: Auf diesen Wegen treffen wir keine anderen Wanderer, dort sind nur wir!

Autorin: Jana Tillner

 

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Deutschland gehört zu den sogenannten visabefreiten Ländern für Neuseeland. Das bedeutet, dass deutsche Touristen bisher bei Ankunft eine Einreiseerlaubnis erhalten ohne diese im Vorhinein beantragen zu müssen.

Ab dem 1. Oktober 2019 greift eine neue Regelung und Besucher aus diesen Ländern benötigen ab dann eine elektronische Einreisegenehmigung ETA. Diese sollte mindestens 72 Stunden vor Abreise beantragt werden, was entweder für eine Gebühr von 9 NZD (entspricht etwas über 5 Euro) über die mobile App oder online für 12 NZD (entspricht ca. 7 Euro) getan werden kann. Eine Einreiseerlaubnis wird für zwei Jahre oder bis Ablauf des Reisepasses erteilt und gilt für eine beliebe Anzahl an Einreisen für die Dauer von bis zu 90 Tagen. Bei der Beantragung fällt zusätzlich eine Touristenabgabe von 35 NZD (entspricht knapp 20 Euro) an.

Die Einnahmen, die durch die neue Steuer entstehen, fließen in die Infrastruktur für Touristen, beispielsweise Parkplätze, Toiletten und die Instandhaltung von Wanderwegen, sowie für Naturschutzprojekte. Dadurch können auch Besucher dazu beitragen, dass viele beliebte Orte und Wanderwege weiterhin zugänglich sind und gut erhalten bleiben.

Autorin: Jana Tillner

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Noch vor weniger als einem Jahr packten neuseeländische Supermärkte standardmäßig Einkäufe in weiche Plastikbeutel, welche oft nach einmaliger Verwendung im Müll landeten. Da es für diese Sorte Plastik in Neuseeland keine Recyclinganlagen gibt und China letztes Jahr aufhörte, Kunststoffe aus anderen Ländern anzunehmen, haben mittlerweile alle großen Supermarktketten die Tüten aus ihren Filialen verbannt. Auch andere überflüssige Plastikverpackungen werden mehr und mehr reduziert, beispielsweise für frisches Obst und Gemüse. Stattdessen können Kunden langlebigere Taschen erwerben, welche meist aus Baumwolle oder Polypropylen bestehen. Māori Weberinnen haben ebenfalls eine interessante Alternative vorgeschlagen: traditionelle Körbe aus Flachs. Für diese sogenannten Kete wird das Gewächs zunächst abgekocht, aufgeweicht und anschließend zu Körben geflochten. Sie haben eine besondere Bedeutung für Māori und wurden lange vor der Erfindung von Plastik verwendet. Eine Raeward Fresh Filiale in Christchurch startete bereits ein Pilotprojekt, bei dem Kete innerhalb des Marktes für loses Obst und Gemüse genutzt werden können. Viele Kunden sind begeistert von der Idee, ein modernes Problem mit solch einem traditionellen Material zu lösen.

Autorin: Jana Tillner

 

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Kiwis

Im Gegensatz zu vielen anderen Bezeichnungen für eine Landesbevölkerung hat das Wort Kiwi als Synonym für einen Neuseeländer oder eine Neuseeländerin keine abfällige Konnotation. Die Menschen in Neuseeland bezeichnen sich selbst mit Stolz als Kiwis und das Wort wird auch im seriösen Kontext verwendet, beispielsweise ist der KiwiSaver die nationale Altersvorsorge. Aus diesem Grund fühlte sich die muslimische Gemeinde in Northland geehrt, als sechs Kiwi-Vögel, die kürzlich in ein Naturreservat in Whangārei freigesetzt wurden, nach den jüngsten Opfern des Terroranschlags in Christchurch benannt wurden.

Die Nationale Naturschutzbehörde DOC ist bemüht die wildlebende Population der bedrohten Vögel wiederherzustellen und ihre genetische Vielfalt zu verbessern. Zu diesem Zweck werden Küken in Gefangenschaft gezüchtet und dann freigelassen, sobald sie alt genug sind. In Absprache mit der Gemeinde, ob die Idee als respektvoll verstanden wird, benannte das zuständige Team sechs der Vögel nach den Menschen im Alter von 3 bis 25 Jahren, die am 15. März in Christchurch ihr Leben verloren. Mitglieder der muslimischen Gemeinde nahmen an dem Tag teil und Imam Suhil Musa segnete die Vögel, bevor sie in den Wald freigesetzt wurden. Durch die Aktion soll symbolisch gezeigt werden, dass die Verstorbenen Kiwis waren und ihre Namen werden nun als Kiwis weiterleben. Der Schmerz, der durch die entsetzlichen Ereignisse in Christchurch entstanden ist, wird noch eine lange Zeit im Land zu spüren sein, aber mit ihm auch das Gefühl von Verbundenheit zwischen Kiwis egal welcher Herkunft.

Autorin: Jana Tillner

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Über hunderte Millionen von Jahren entwickelte sich Neuseelands Ökosystem isoliert. Selbst kleine Veränderungen können eine dauerhafte Auswirkung auf die lokale Biodiversität haben, weswegen die nationale Naturschutzbehörde seit dem ersten Fund von Myrtenrost in Neuseeland im Jahr 2017 jeden Fall sorgsam überwacht. Myrtenrost ist eine Pilzkrankheit, die verschiedene Pflanzen angreift, beispielsweise die ikonischen Pōhutukawa und Mānuka Bäume. Er befällt zunächst weiche, aktiv wachsende Blätter, Triebspitzen und junge Stängel und breitet sich von dort aus. Er kann zu einer Deformation der Blätter und Triebe, zum Absterben der Äste und sogar zum Tod der Pflanze führen, wenn die Infektion schwerwiegend ist. Myrtenrostsporen sind mikroskopisch klein und können sich durch leicht über große Entfernungen ausbreiten. Die Pilzkrankheit wurde wahrscheinlich durch Wind aus Australien oder Neukaledonien nach Neuseeland getragen. Sporen können auch auf kontaminierten Kleidungsstücken, Insekten, Regenspritzern und Geräten transportiert werden. Symptome infizierter Pflanzen sind oft hellgelbe, pulverige Flecken auf der Blattunterseite. Der Pilz kann saisonal bedingt allerdings auch anders aussehen, beispielsweise zeigt er sich in den kühleren Monaten durch graue, pulvrige Flecken in den kühleren Monaten.

Nach einem erheblichen Anstieg an Myrtenrostbefunden in der Bay of Plenty Anfang diesen Jahres haben Biosecurity New Zealand und das Department of Conservation nun Online-Kurse entwickelt, um Leuten bei der Erkennung von Myrtenrost zu unterstützen. Beim Verdacht auf einen Befall soll die infizierte Pflanze fotografiert und gemeldet werden. Die Kurse stehen allen zur Verfügung und zeigen, wie sich Myrtenrost ausbreitet, was zu tun ist, wenn er gefunden wird und klimatische Faktoren, die ihn beeinflussen. Die Mithilfe der Öffentlichkeit ist wichtig für das Forschungsprogramm und somit die Kontrolle von dem aggressiven Pilz. So kann dazu beigetragen werden, dass Neuseelands sensibles Ökosystem langfristig erhalten bleibt.

Autorin: Jana Tillner

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Vor zehn Jahren starteten verschiedene neuseeländische Unternehmen die Initiative „Tag der Nachbarn“ (Neighbours Day Aotearoa). Der Tag findet im späten März statt und ist eine Gelegenheit für Tausende von Neuseeländern sich mit ihren Nachbarn in Verbindung zu setzen und ihre Straßen in Gemeinschaften zu verwandeln. Die Verbindungen, die Menschen mit ihren Nachbarn knüpfen, soll die Nachbarschaft freundlicher und sicherer machen. Die Förderung besser vernetzter Nachbarschaften und mehr Alltagsnachbarschaft können dazu führen, dass Menschen glücklicher und belastbarer werden, was nicht nur das Wohlbefinden von Einzelpersonen erheblich verbessert, sondern auch das von Familien und der kollektiven Gemeinde. Vernetzte Nachbarschaften können dazu beitragen, verschiedene soziale Probleme in Neuseeland zu bekämpfen.

Zusammenhalt und Gemeinschaft werden in Neuseeland sehr groß geschrieben. Die tiefe Betroffenheit über die tragischen Ereignisse in Christchurch am 15.03. ist im ganzen Land zu spüren und die positive Führung und Solidarität auf allen Ebenen der Gesellschaft zeigt sich deutlich.

Das Motto des Nachbarschafstages lautet „atawhaingia te pa harakeke“. Das Māori Wort „atawhaingia“ bedeutet zu schützen, zu kultivieren und zu lieben, während „pa harakeke“ ein Flachsgewächs ist, welches für die Verflechtung der Gemeinschaft steht. Gerade in dieser Zeit ist diese Verbundenheit für Kiwis entscheidend.

Autorin: Jana Tillner

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Fließendes Wasser

Quelle: Google Street View

Der sagenumwobene Waikato ist der längste Fluss in Neuseeland. Sein Name bedeutet „fließendes Wasser“ auf Māori. Er beginnt im Zentrum der Nordinsel an den Hängen des Berges Ruapehu, und schlängelt sich gen Norden über 425 Kilometer durch Taupo und Hamilton, bevor er bei Port Waikato an der Westküste im Tasmansee mündet. Der Fluss hat sowohl eine große kulturelle und geschichtliche Bedeutung für Neuseeländer, als auch viele praktische Funktionen. Entlang des Flusses befinden sich acht Wasserkraftwerke, die einen großen Teil der Nordinsel mit Elektrizität versorgen, und einige Stauseen, welche einen beliebten Erholungsraum darstellen.

Waikato virtuell

Dank des Direktors des Waikato River Festivals und mit tatkräftiger Unterstützung von sowohl Google, als auch der Lokalen Gemeinschaft, kann man den gesamten Fluss nun auf Google Street View erkunden. In der Vergangenheit hat der Google 21Trekker Kanäle in Venedig, die Themse in London und den Colorado River erforscht – nun auch als erstes Gewässer in Neuseeland den Waikato. Das Team reiste auf mit Kameras ausgerüsteten Booten den gesamten Fluss hinunter, während alle 2,5 Sekunden ein Foto aufgenommen wurde. Anschließend wurden diese zusammengefügt, um so eine 360 Grad virtuelle Tour zu kreieren. Das Projekt bietet besonders älteren Einheimischen die Möglichkeit, trotz physischer Beeinträchtigungen weiterhin virtuell den Fluss zu bereisen. Allerdings kann die Google Tour das Erlebnis, den majestätischen Waikato in der Realität zu bewundern, nicht ersetzen.

Autorin: Jana Tillner

 

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Das Land, das nicht da war

Wo in aller Welt liegt eigentlich Neuseeland? Auf den meisten Weltkarten ganz rechts unten. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass das kleine Land im Pazifik komplett unter den Tisch fallen gelassen wird. In einigen Internetforen gibt es ganze Sammlungen an Weltdarstellungen, auf denen Neuseeland nicht zu finden ist. Manche sind so minimalistisch, dass kleinere Inselstaaten es nicht in die Auswahl schaffen. Andere scheinen ein Platzproblem zu haben. Zumindest sind dies nettere Erklärungen, als dass das Land der langen weißen Wolke einfach vergessen wird. Obwohl es Neuseeländern das Gefühl geben könnte, das uncoolste Kind auf dem Pausenhof zu sein, nehmen sie es mit Humor. Letztes Jahr startete das Touristeninformationsbüro die nicht-ganz-Ernst-gemeinte Kampagne #getnzonthemap, bei der eine alternative Weltkarte vorgeschlagen wurde, auf welcher sich Neuseeland in der Mitte befindet. Bei der Aktion machten Peter Jackson, Ed Sheeran und sogar Premierministerin Jacinda Ardern mit. Auch die 404 Fehlermeldung der Regierungswebsite beweist eindeutig Selbstironie.

Eine kreative Lösung

Die Debatte flammte in den letzten Wochen wieder auf, nachdem auffiel, dass Ikea das Poster „Björksta“ zum Verkauf anbietet, welches eine Welt darstellt, die südöstlich von Australien einfach endet. Mittlerweile hat sich das Unternehmen, welches Ende letzten Jahres ankündigte demnächst eine Filiale in der Nähe von Auckland zu eröffnen, für den Fehler entschuldigt. Das Thema wurde daraufhin von Komiker John Oliver aufgegriffen, der auch endlich eine Lösung für das Problem anbietet: Neuseeland zum Ausschneiden und anschließendem Aufkleben auf den anstößigen Weltkarten.

Autorin: Jana Tillner

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Ein komischer Vogel

Kākāpō

Vor hunderten von Jahren, bevor die ersten Menschen in Neuseeland eintrafen, gehörte das Land den einheimischen Vögeln. Ohne die Anwesenheit von räuberischen Säugetieren machten sich einige Spezies im dichten Busch breit, entwickelten ein erhebliches Körpergewicht und verloren ihre Flugfähigkeit. Ein besonders faszinierendes Beispiel dieser gefederten Kuriositäten, die in Neuseeland zuhause sind, ist der Kākāpō. Er ist der schwerste und einzige flugunfähige Papagei der Welt. Dafür ist er ein schneller Läufer und guter Kletterer. Er ist nachtaktiv und sein Gesicht ähnelt eher dem einer Eule als dem eines Papageis. Er hat eine imposante Lebenserwartung von 90 Jahren.

Ein bedrohter Vogel

Vor Eintreffen der Menschen in Neuseeland war der Kākāpō im ganzen Land verbreitet. Wegen seiner geselligen Art wurde er sogar zum Teil sowohl von Māori als auch europäischen Siedlern als Haustier gehalten. Doch die Zweibeiner brachten auch Vierbeiner mit. Sein Verteidigungsmechanismus bei Gefahr zu erstarren, um sich im Busch zu tarnen, schützt den Kākāpō effektiv vor Raubvögeln, welche ihre Beute durch Sehkraft aufspüren. Räuberischen Säugern hingegen, welche sich bei der Jagd hauptsächlich auf ihren Geruchssinn verlassen, ist er hilflos ausgeliefert. Besonders Katzen und Wiesel, aber auch Ratten, die sich an den Eiern und jungen Küken vergehen, haben dazu beigetragen, dass Kākāpō im letzten Jahrhundert kurz vor der Ausrottung standen.

Gute Aussichten

Kākāpōküken, Quelle: https://www.doc.govt.nz/

Durch intensive Bemühungen der nationalen Naturschutzbehörde DOC steigt die Population seit den Mittneunzigern wieder stetig an. Während es in 1995 nur noch 51 Kākāpō gab, betrug die Zahl Ende letzten Jahres 147. DOC ist optimistisch, dass die Population allein bis Mitte 2019 um 40 Exemplare steigen könnte. Auf drei raubtierfreien Inseln arbeiten Spezialisten daran, dass sich die Vögel paaren. Das erste Küken in diesem Jahr schlüpfte am 30. Januar. Es ist sehr schwierig vorauszusagen, wie viele Küken letztendlich ausgebrütet werden, da mehr als die Hälfte der Eier unfruchtbar ist. Trotzdem deutet alles darauf hin, dass dies ein gutes Jahr für Kākāpō wird. Einheimische Vögel, neben Kākāpō auch beispielsweise Kiwis und Takahē, haben große Schwierigkeiten einen geeigneten, raubtierfreien Lebensraum zu finden. Deshalb ist die Arbeit der DOC so wichtig, ebenso wie das Bewusstsein der Bevölkerung für diese sonder- und wunderbaren Tiere.

Autorin: Jana Tillner

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Ein bedeutsamer Tag

Am 6. Februar gedenkt Neuseeland des Vertrages von Waitangi von 1840. In diesem Jahr unterzeichneten Vertreter der britischen Krone und Māori-Häuptlinge das Dokument, welches oft als Gründungsdokument Neuseelands gilt. Es erklärte Neuseeland zu einem Teil des britischen Reiches, gab Māori dieselben Rechte wie britischen Staatsbürgern in Neuseeland und garantierte ihnen die Anerkennung von Land, Wäldern und anderen Besitztümern. Der Tag wurde erstmals in 1934 offiziell zelebriert und ist seit 1974 ein staatlicher Feiertag.

Zwischen Zelebration und Uneinigkeit

Der Waitangi Day wird als der Nationalfeiertag Neuseelands anerkannt und manche Neuseeländer zelebrieren diesen Tag durch Zeremonien, Ansprachen und kulturelle Aufführungen. Für viele und insbesondere für Māori ist dies auch ein Anlass über die Vergangenheit zu reflektieren, da viele europäische Siedler den Vertrag missachteten. Weiterhin unterscheidet sich der englische Text des Vertrages signifikant von dem in Māori, was in den Jahrzehnten nach der Unterzeichnung zu vielen Unstimmigkeiten führte. Die Art und die Stimmung der Gedenkfeiern am Waitangi Day werden deshalb seit den Siebzigerjahren durch die zunehmend hitzige Debatte um die anhaltenden Auswirkungen des Vertrages und um seine Stellung im heutigen Neuseeland beeinflusst.

Der 6. Februar ist ein wichtiges Datum in der Geschichte des Landes. Die Anerkennung des Vertrags von Waitangi als Gründungsdokument der Nation wird auch weiterhin viele Neuseeländer dazu anregen, diesen Tag auf unterschiedliche Weise zu würdigen.

Autorin: Jana Tillner

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